Liebe Traumwandler, liebe Kinder, liebe Grenzgänger zwischen Tag und Nacht,
willkommen im MorgenArtPark. Wir stehen hier an einem Ort, den die Logik der Zweckmäßigkeit einst als reines „Wasserhäuschen“ verbucht hat. Doch heute drehen wir den Hahn der Realität ab und öffnen die Schleusen der Fantasie. Ich erkläre dieses Haus ab dem heutigen Tage offiziell zum Verlagshaus der Anderwelt.
Warum ein Verlagshaus? Weil der Tag uns einredet, dass nur das real ist, was man zählen, messen und wiegen kann. Der Tag verlangt Bilanzen. Aber die Nacht? Die Nacht schenkt uns Träume, die Sternkönigin und die Gewissheit, dass der Tod ein Irrtum ist. Doch Träume haben einen großen Makel: Sie verblassen im ersten Sonnenstrahl des Morgens. Sie sind flüchtig wie der Tau auf den Wiesen von Harpertshausen.
Dieses Verlagshaus ist unsere Druckerei gegen das Vergessen.
Wir werden hier keine sterblichen Bücher drucken. Wir drucken die ungezähmte Fantasie. Wir geben den Visionen der Kinder ein unumstößliches Fundament. Wenn ein Kind im Traum fliegen kann, dann wird dieses Verlagshaus dieses Fliegen schwarz auf weiß festhalten, damit die Erwachsenen sich wieder daran erinnern, wie es geht.
Tritt ein, wer den Mut hat, seine Rationalität am Eingang abzugeben. Ab heute wird hier das Unmögliche verlegt, gebunden und in die Welt getragen. Denn eines ist sicher: Ohne Kunst gibt es kein Morgen. Und ohne unsere Träume gäbe es kein Heute.
Das Verlagshaus der Anderwelt ist eröffnet!
Manifest des Verlagshauses der Anderwelt
Präambel
Das Verlagshaus der Anderwelt im MorgenArtPark zu Harpertshausen versteht sich nicht als Stätte des Handels, sondern als energetischer Umschlagplatz für das Unfassbare. Es operiert im permanenten Dazwischen – dort, wo der Tag den Traum berührt.
§ 1. Der Gegenstand des Verlegens
Es werden ausschließlich Manuskripte, Gedanken und Bildwelten akzeptiert, die der reinen Logik des Wachseins widersprechen. Gedruckt wird, was gefühlt, geahnt oder im Zustand des Staunens empfangen wurde. Die Hauptautoren dieses Hauses sind die Kinder, die Visionäre und die Sternengucker.
§ 2. Die Währung
Der Wert eines Werkes bemisst sich nicht nach der Auflage, sondern nach seiner Intensität. Bezahlt wird in Staunen, in Zeit und in der Bereitschaft, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Renditeerwartungen sind strengstens untersagt und führen zum sofortigen Entzug der Leseerlaubnis.
§ 3. Die Herstellung & das Material
1. Die Tinte wird aus geschmolzenem Sternenstaub und den tiefsten Farben der Natur gewonnen.
2. Das Papier ist so beschaffen, dass es die Wärme der Hand speichert, die es hält.
3. Jedes Buch erhält eine unsichtbare ISBN (Internationale Standard-Traum-Nummer), die direkt in das Bewusstsein des Lesers eingetragen wird.
§ 4. Das Lektorat
Es findet keine Korrektur von Grammatik oder Rechtschreibung statt, sofern die Fehler dem Ausdruck der Seele dienen. Das einzige Lektorat besteht darin, zu prüfen, ob der Text genügend Freiheit atmet. Alles Starre wird verflüssigt.
§ 5. Gültigkeit
Dieses Manifest ist zeitlos. Es gilt im Gestern, im Heute und sichert das Morgen. Denn ohne Kunst kein Morgen.